01.02.2022 | 6 Minuten

Corona-Quarantäne mit Kindern – Tipps für die Zeit in den eigenen vier Wänden

Die Corona-Infektionen steigen rasant – vor allem im Bereich der Kleinkinder und Kinder. Denn genau diese Altersgruppe kann sich nicht oder nur bedingt vor dem Virus schützen. Immer mehr Kita-Gruppen müssen geschlossen werden und immer mehr Kinder befinden sich in Quarantäne bzw. in häuslicher Isolation. Sieben bis zehn Tage heißt es nun: das eigene Grundstück nicht verlassen und keinen Besuch empfangen. Heute geben wir Tipps an die Hand, wie du mit dieser Situation am besten umgehst und die Zeit mit der Familie so gestaltest, dass alle davon profitieren.

Es gibt viele kleine Tipps und Tricks, wie du gut durch die Quarantäne kommst und ganz nebenbei auch die Beziehung zu deinen Kindern festigst und intensivierst. Denn für die Dauer der Quarantäne bist du nicht nur Mutter oder Vater, sondern ersetzt gleichzeitig alle anderen Bezugspersonen aus dem Alltag: von den Spielkameraden, über die Erzieher bis hin zur Lehrkraft.

Tipp 1: Gestalte deinen Tag mit Regeln und Strukturen

Auch wenn man eigentlich den ganzen Tag „rumgammeln“ könnte, da man ja nicht raus darf. Lass dich nicht davon verleiten, sondern gestalte euren Tagesablauf mit Regeln und klaren Strukturen. Denn diese brauchen deine Kinder. Vereinbare geregelte Zeiten für die gemeinsamen Mahlzeiten, plane mit Schulkindern feste Homeschooling-Zeiten und schränke insbesondere die Mediennutzung klar ein.

Auch der gewohnte Schlafrhythmus sollte weitestgehend eingehalten werden. Denn guter Schlaf unterstützt nicht nur die gesunde Entwicklung der Kinder, sondern stärkt auch die Abwehrkräfte. Und genau diese sind jetzt enorm wichtig.

Tipp 2: Integriere deine Kinder in Haushaltsaufgaben

Viele Kinder bekommen gar nicht mit, was es im Haushalt alles zu tun gibt. Jetzt, wenn alle Familienmitglieder zuhause sind, können auch alle beim Staubsaugen, der Wäsche und dem Müll mit anpacken!

Erkläre deinen Kindern beispielsweise, wie Wäsche gewaschen wird. Die Kinder können das Sortieren oder auch das Zusammenlegen übernehmen. Es ist nicht alles perfekt? Egal – zuhause stört sich sicherlich keiner an der einen oder anderen Falte.

Sohn hilft Vater beim Ausräumen der Spülmaschine

Tipp 3: Entspanntes Homeschooling

Für viele Eltern ein Graus: während der Quarantänezeit ist Homeschooling angesagt, denn sonst haben die Kinder später Probleme den Lernstoff aufzuarbeiten. Bitte daher die Lehrkräfte deiner Kinder gleich zu Beginn der Quarantänezeit um entsprechende Lehrpläne und Aufgaben für die Kinder.

Generell gestaltet sich das Homeschooling meist ähnlich den Hausaufgaben. Schaffe dafür zuerst ein angemessenes Ambiente: keine Ablenkung durch Spielzeuge, Multimediageräte oder Geschwister.

Vor oder zwischen den Lerneinheiten bietet sich ein kleines „Workout“ an: Fenster auf und einige gemeinsame Übungen, wie z.B. Kniebeugen, Hampelmann oder Liegestützen bringen den Kreislauf in Schwung und sorgen dafür, dass sich die Kinder wieder konzentrieren können.

Tipp 4: Soziale Kontakte aufrechterhalten

Nie haben wir uns so über die digitalen Medien gefreut wie heute. Denn diese ermöglichen vor allem den Kindern trotz Quarantäne mit Oma, Opa und Co. in Kontakt zu bleiben. Dass können und sollten wir als Eltern an dieser Stelle auch gerne unterstützen, denn es stärkt den Zusammenhalt und bereitet den Kindern große Freude.

Familie in einer Videokonferenz zu Hause

Tipp 5: Viel Bewegung und frische Luft

Die größte Einschränkung während der Quarantäne ist die mangelnde Bewegung und die fehlende Zeit an der frischen Luft. Aber auch hier lässt sich Abhilfe schaffen. Denn auch ohne Garten und Balkon kannst du deine Kinder zu Bewegung animieren.

Integriere Zeit für Bewegungsspiele in euren Tagesablauf. Wichtig: räume vorher alle Spielzeuge aus dem Weg, damit nichts kaputt geht oder sich jemand verletzt. Drehe die Heizung aus und öffne die Fenster. Verfrorene Kinder ziehen besser eine Fleecejacke drüber. Dann wird die Wohnung zum Sportplatz: Spiele, wie z.B. Feuer-Wasser-Blitz oder Stopptanz spielen Kinder fast aller Altersgruppen gerne.

Ihr habt einen Garten? Noch besser, dann nichts wie raus. Auch jetzt im Winter lädt der Garten zum Seilspringen, Fußballspielen oder Fangen und Verstecken spielen ein.

Tipp 6: Erlebnisse schaffen

Auch zu Hause lassen sich besondere Aktionen und Erlebnisse für die Kinder gestalten.

Warum denn immer „normal“ frühstücken? Ein zusammen gestaltetes Frühstücksbuffet sorgt für einen gelungenen Start in den Tag. Die Kinder richten mit an, können sich selbst ihre kleinen Portionen holen und so ist auch gleich mal eine Stunde um. Auch das Mittagessen lässt sich mal als Picknick auf der Decke genießen.

Und muss es immer Kino sein? Dank Mikrowellenpopcorn und Streaming-Diensten schaffst du für dich und deine Kinder auch zuhause ein großartiges „Kinoerlebnis“.

Jetzt ist auch die richtige Zeit, wieder die guten alten Gesellschaftsspiele aus dem Schrank zu holen. Spiele wie UNO, Mensch-ärgere-dich-nicht oder Mühle begeistern auch heute noch Jung und Alt.

Tipp 7: Hilfe annehmen

Fühle dich nicht schlecht dabei, um Hilfe zu bitten bzw. Hilfe von Nachbarn und Freunden anzunehmen. Angefangen beim Einkaufen, das andere übernehmen können, über Unterstützung beim Gassi gehen, damit dem Hund im eigenen Garten nicht irgendwann langweilig wird, bis hin zum Ausleihen von Spielen und Büchern von Freunden.

Denn vor allem bei Spielzeug und Büchern muss man nicht alles zuhause haben. Bespreche mit deinen Kindern, ob sie sich vielleicht an ein Spiel, ein Buch o.ä. von Freunden erinnern, dass sie sich gerne ausleihen würden. Sicherlich machen eure Freunde das möglich.

Also: Nehme gerne jede Hilfe an – du wirst dich sicherlich revanchieren können!

Du siehst – es gibt viele Ideen für die Zeit zuhause. Und sei dir sicher: die zehn Tage sind schneller vorbei als du denkst!

Autor dieses Artikels:

Eva-Maria Veit

Als Mutter von 2 Söhnen schreibe ich gerne über Familienthemen. Außerdem sind Hunde und Pferde meine Leidenschaft.